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Stimme aus der Praxis – mit Anna Nowodworska

Interview mit Anna Nowodworska, Projektleiterin bei DNA Berlin – Dein Netzwerk für Ausbildungserfolg.

Wie können Berliner Projekte besser zusammenarbeiten, um Auszubildende erfolgreich zu begleiten und Ausbildungsabbrüche zu vermeiden? Genau hier setzt DNA Berlin – Dein Netzwerk für Ausbildungserfolg an. Unter der Dachmarke werden Projekte des Förderinstruments 9 (FI 9) miteinander vernetzt, sichtbar gemacht und in ihrer Arbeit unterstützt. Ziel ist es, Ausbildungsbedingungen nachhaltig zu verbessern und junge Menschen auf ihrem Weg durch die Ausbildung zu begleiten. 

Anna, Projektleiterin bei DNA Berlin – Dein Netzwerk für Ausbildungserfolg, spricht im Interview darüber, wie Vernetzung im Alltag funktioniert, warum gemeinsame Strukturen wichtig sind und welche Herausforderungen es im Unterstützungssystem rund um Ausbildung gibt. 

Hallo Anna, DNA Berlin soll Projekte vernetzen und stärken. Was bedeutet das ganz konkret im Alltag? 

Für mich bedeutet das vor allem, Menschen zusammenzubringen und ihre gute Arbeit sichtbarer zu machen. Unsere Aufgabe verstehe ich als eine Art Brücke zwischen den Projekten, damit Austausch leichter wird und sich alle Beteiligten gegenseitig stärken können.  

Im Alltag heißt das: zuhören, Kontakte herstellen, Informationen weitergeben und dafür sorgen, dass gute Ideen nicht bei einem einzelnen Träger bleiben, sondern im Netzwerk und darüber hinaus sichtbar werden. Deshalb lag es uns sehr am Herzen, als eine der ersten Aufgaben eine gemeinsame Dachmarke zu entwickeln, DNA Berlin – Dein Netzwerk für Ausbildungserfolg! So können Multiplikator*innen bspw. Schulleiter*innen leichter die Projekte an den verschiedenen Oberstufenzentren einordnen und wissen, dass die Projekte von DNA Berlin – sei es JAzA, HOGAstabil, DANA oder Ausbildungscoaching - um nur einige zu nennen - ähnliche Arbeit machen und dasselbe Ziel verfolgen: durch Ausbildungsbegleitung zu Ausbildungserfolgen zu verhelfen. 

Zum Ausbildungserfolg gehört auch die Seite der Ausbilder*innen. Deshalb gibt es Projekte, die den Fokus auf die Ausbilder*innen gelegt haben und sie in ihrer Arbeit stärken. Alle Projekte sind für die Teilnehmenden kostenlos. Denn sie werden mit Mitteln der Europäischen Union (Europäischer Sozialfonds plus) und des Landes Berlin gefördert.  

In Kürze wird unsere gemeinsame Website www.dna-ausbildungserfolg.berlin online gehen, um die Angebote aller Träger übersichtlich abzubilden, über Veranstaltungen oder bspw. Stipendien zu informieren. Über ein Kontaktformular kann man uns erreichen und uns auch mitteilen, wenn der Schuh mal drückt. Wir suchen dann nach einer Lösung.  

An wen richtet sich eure Arbeit in erster Linie? 

Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen für mich die Projekte und Träger, die in Berlin junge Menschen auf ihrem Weg in und durch die Ausbildung begleiten oder die Ausbilder*innen stärken. Sie leisten sehr wichtige, sehr konkrete Arbeit vor Ort. Die Ausbildungsbegleiter*innen und -coaches kennen die Unterstützungsstrukturen in der Stadt, wie zum Beispiel die Kammern, Nachhilfeangebote oder medizinische Unterstützungsangebote. Sie knüpfen an diese an und sorgen so dafür, dass Auszubildende schnell Hilfe finden. Sie kennen aber auch Förderprogramme für besonders talentierte junge Auszubildende oder Auslandsprogramme. Am Ende geht es darum, das Netz gemeinsam weiter zu spannen. Wenn die Träger gut vernetzt sind und sie sich auf kurze Wege und klare Zuständigkeiten verlassen können, kommt das am Ende direkt den Auszubildenden zugute. 

Was ist der Nutzen für die Träger und für das Land Berlin? 

Für die Träger ist es wertvoll, nicht allein zu arbeiten, sondern Teil eines Netzwerks zu sein. Sie teilen Erfahrungen, entwickeln Lösungen weiter und erzielen gemeinsam eine höhere Sichtbarkeit. Das schafft Entlastung und Orientierung. Es entstehen oft auch neue Impulse für die eigene Praxis. Für das Land Berlin bildet sich daraus ein stimmigeres Gesamtbild: Angebote greifen besser ineinander, Ressourcen werden sinnvoller genutzt und die Unterstützung für Auszubildende wird insgesamt wirksamer.  

Was sind aus deiner Sicht die größten Herausforderungen im System? 

Die größte Herausforderung ist für mich, viele gute Ansätze so miteinander zu verbinden, dass sie für die Menschen wirklich spürbar etwas verbessern. Das System ist komplex und Zuständigkeiten sind nicht immer auf den ersten Blick klar. Oft braucht es Zeit und Vertrauen, bis Zusammenarbeit wirklich gut funktioniert. Gleichzeitig ist es wichtig, junge Menschen frühzeitig zu erreichen und ihnen genau dann Hilfe anzubieten, wenn sie sie brauchen. Das ist anspruchsvoll, aber genau darin liegt auch der Sinn unserer Arbeit. 

Was motiviert dich persönlich an deiner Arbeit?

Mich motiviert vor allem, dass wir mit unserer Arbeit ganz direkt dazu beitragen können, Ausbildung zu sichern und jungen Menschen Wege offen zu halten. Bildung schafft Chancen und Deutschland braucht auch für morgen ausgebildete Fachkräfte. Ich finde es sehr erfüllend, wenn Vernetzung dazu beiträgt, im Alltag wirklich zu helfen. Besonders schön ist für mich zu sehen, wenn aus Austausch Vertrauen entsteht und daraus neue gemeinsame Lösungen wachsen. 

Danke für das gute Gespräch, Anna!