Selbstwirksamkeit stärken – Psychische Gesundheit von Jugendlichen fördern
Die Studie „Extrem einsam?“ von KOLLEKT verdeutlicht ein Problemfeld, das bisher wenig beforscht worden ist: Die Auswirkungen von empfundener Einsamkeit auf die politische Gesinnung. Rechtsextremes und antidemokratisches Denken wird bei Kindern und Jugendlichen durch das Gefühl von Einsamkeit und der damit einhergehenden fehlenden Gruppenzugehörigkeit gestärkt. Einsamkeit ist also längst kein Thema für eine Einzeltherapie, sondern muss in der politischen Bildung mitgedacht werden. Es sollten Daten gesammelt und ein solidarisches Miteinander gestärkt werden, in dem dieses Thema mitgedacht und mitdiskutiert wird. Einsamkeits- und Extremismusprävention müssen und sollen zukünftig vernetzt gedacht werden. Risikogruppen zu identifizieren ist dabei ein zentraler Ansatzpunkt. Ein erster Ansatz besteht laut der Studie darin, für das Thema Einsamkeit zu sensibilisieren.
Hier könnte MindMatters aus unserer Sicht einen Beitrag leisten, indem Einsamkeit frühzeitig erkannt und durch die Stärkung von Resilienz und Zugehörigkeit entgegengewirkt wird
Was genau ist MindMatters?
MindMatters ist ein ursprünglich aus Australien stammendes, für Deutschland adaptiertes Programm für einen Weg hin zu einer „Guten gesunden Schule“ und richtet sich an die Jahrgangsstufen 1 bis 13 von allgemeinen und berufsbildenden Schulen. Es richtet sich in erster Linie zunächst an Lehrer*innen, dann an externe und interne Fachpersonen und natürlich die Eltern.
Es gibt Unterrichtsmodule, die in den Fachunterricht eingebunden werden können. Der Fokus liegt auf den Kompetenzen und der Anschlussfähigkeit an inklusive Konzepte. Das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit von Schüler*innen und Lehrkräften soll gefördert werden, um damit die Schulqualität sowie die Lern- und Lehrgebnisse zu verbessern.
An der Spitze steht unter anderem das Ziel, dass sich Schulmitglieder sicher und wertgeschätzt sowie eingebunden fühlen. Die Schule ist dann im Idealfall ein Ort, an den man gerne geht.
MindMatters stärkt Toleranz, Respekt und Achtsamkeit und unterstützt damit sowohl die Gesundheit von Lehrkräften als auch das Wohlbefinden von Schüler*innen. Durch Übungen zum Umgang mit Gefühlen, zur Resilienzförderung und zum Stressabbau werden wichtige soziale und persönliche Kompetenzen vermittelt.
Das Modul „Freunde finden, behalten und dazugehören“ bearbeitet genau dieses Thema und fördert die Entwicklung eines „gesundheitsförderlichen Lebensstils“. Wie soziale Bindungen sich aufbauen und gestalten lassen ist für den Übergang in eine Ausbildung besonders wichtig, da genau hier neue soziale Bindungen geknüpft werden können.
Was ist „Fit für den Übergang“?
Besonders Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren haben im Übergang vom Schul- in das Berufssystem enorme Herausforderungen zu bewältigen. Die in der Pädagogik sogenannten „verdichteten Entwicklungsanforderungen“ verlangen den Jugendlichen viel ab. Sie müssen sich mit sich selbst und ihren Kompetenzen auseinandersetzen. Programme wie MindMatters können helfen, diese Phase besser zu bewältigen, indem sie Gesundheitskompetenz und Selbstwirksamkeit fördern.
Gleichzeitig zeigt sich hier die Bedeutung von Unterstützungsangeboten wie JAzA: Wenn junge Menschen während ihrer Ausbildung Begleitung und Beratung erhalten, steigt die Chance, Krisen zu bewältigen und ihren Ausbildungsweg erfolgreich fortzusetzen.
Wie kann ich MindMatters anwenden?
Die Nutzung der Unterrichtsmodule sowie Unterlagen ist kostenfrei. Es werden auch Fortbildungen für Lehrkräfte/ und für Schulen angeboten. Es gibt einen Werkzeugkasten zum Download.
Weitere Informationen zum Programm MindMatters finden Sie hier: https://mindmatters-schule.de/home.html