KI in der Ausbildung. Wie künstliche Intelligenz Auszubildende unterstützen kann.
KI ist aus dem alltäglichen Leben vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Sie ist fester Bestandteil vieler Unternehmen und wird die Arbeitswelt der Zukunft maßgeblich prägen. Doch welche Rolle spielt KI in der beruflichen Ausbildung?Wenn man an KI in der Ausbildung denkt, ist eines schnell klar. Sie kann Auszubildende bei der Organisation der Aufgaben, dem Verfassen und Zusammenfassen von Lerninhalten oder als persönlicher Assistent nützlich sein. Aufgaben werden durch KI über- und abgenommen. Aber innovative KI Projekte, wie KIMADU der Universität Siegen, zeigen jedoch: KI kann mehr und muss begleitet werden.
KI im Ausbildungsalltag: Große Unterschiede
In der dualen Ausbildung zeigt sich eine deutliche Lücke bei der Nutzung künstlicher Intelligenz: Rund 80 Prozent der Berliner Auszubildenden arbeiten bereits mit KI, mehr als die Hälfte davon nutzt sie für Lernaufträge in der Berufsschule. Im Ausbildungsbetrieb setzen sie KI dagegen bislang deutlich seltener ein – nur 29 Prozent machen dort davon Gebrauch.Auch Unternehmensbefragungen der IHK Berlin bestätigen diesen Trend: 39 Prozent der Betriebe nutzen derzeit überhaupt keine KI in der Ausbildung. Lediglich ein Drittel misst künstlicher Intelligenz in diesem Bereich eine hohe Bedeutung bei.
Die Ergebnisse zeigen, dass Auszubildende der technologischen Entwicklung häufig voraus sind. Während sie KI bereits selbstverständlich in ihren Lernalltag integrieren, fehlen in vielen Betrieben noch geeignete Konzepte für einen sinnvollen Einsatz.
Was ist KIMADU?
Wie KI pädagogisch sinnvoll eingesetzt werden kann, zeigt das Forschungsprojekt KIMADU der Universität Siegen. Der Name steht für ein Projekt zur „Künstlichen Intelligenz in Mathematik- und Deutschunterricht“. KIMADU unterstützt 25 weiterführende Schulen in Nordrhein-Westfalen dabei, generative KI sinnvoll in den Unterricht zu integrieren. Dabei geht es nicht darum, dass KI den Schüler*innen Aufgaben einfach abnimmt. Stattdessen soll sie Lernprozesse begleiten, individuelle Förderung ermöglichen und fachliche sowie überfachliche Kompetenzen stärken. Mit dem didaktischen Agenten (KRAFT+-Agent) auf Basis des Wissenschaftlichen Modells KRAFT+ sollen Lehrkräfte schrittweise dabei angeleitet werden, eigene didaktische KI-Agenten zu entwickeln. Das Ergebnis ist ein ausführlicher „Megaprompt“, der in verschiedenen KI-Systemen eingesetzt und weitergegeben werden kann. Während handelsübliche KI wie zum Beispiel ChatGPT kommerziellen Entscheidungen von Unternehmen folgen, folgen die didaktischen Agenten den fachlichen Entscheidungen von Lehrkräften. Der KRAFT+-Agent kann hier sogar getestet werden: https://kimadu.de/wp-content/uploads/kraft-plus-agent/kraftplus.html
Mehr Informationen zu KIMADU finden Sie hier: https://www.kimadu.de
Was genau machen eigentlich Digiscouts ?
Neben dem Einsatz von KI spielt auch die aktive Mitgestaltung von Digitalisierung eine wichtige Rolle. Genau hier setzt das Projekt Digiscouts, des RKW Kompetenzzentrums an. Ziel des Projekts „Azubis als Digitalisierungsscouts in Unternehmen“ ist es, dass Azubis die Digitalisierung in Unternehmen von innen heraus antreiben. Das Projekt verbindet die Interessen junger Menschen mit dem Digitalisierungsbedarf von Unternehmen. In Teams untersuchen mindestens zwei Auszubildende pro Betrieb, wo digitale Lösungen den Arbeitsalltag und den Unternehmenserfolg verbessern können. Unterstützt werden sie dabei durch das Analyseinstrument RKW-DiScover, erfahrene Coaches, E-Learning und eine digitale Austauschplattform.
Nach der Zustimmung der Geschäftsführung setzen die Azubis ihre beste Idee innerhalb von drei bis sechs Monaten um. Dabei erwerben sie digitale Kompetenzen, sammeln Erfahrungen im Projektmanagement und gestalten ihre Ausbildung aktiv mit. Der Austausch mit anderen Betrieben in der Region fördert zusätzlich das Voneinander lernen. Zum Abschluss werden die Projekte ausgezeichnet und alle Beteiligten erhalten eine Teilnahmeurkunde.
In diesem YouTube-Video wird die Idee der Digiscouts genauer erklärt: https://youtu.be/v7AZE4Y0EwM?si=DqogCA2Z80IzPVQr
Mehr Informationen zu Digiscouts finden Sie hier: https://www.digiscouts.de/
Fazit
Die Beispiele KIMADU und Digiscouts zeigen, dass künstliche Intelligenz in der Ausbildung weit mehr sein kann als ein digitales Hilfsmittel. Richtig eingesetzt unterstützt sie Lernprozesse, stärkt digitale Kompetenzen und ermöglicht Auszubildenden, die Arbeitswelt von morgen aktiv mitzugestalten. Damit dieses Potenzial ausgeschöpft werden kann, braucht es jedoch Betriebe, Berufsschulen und Lehrkräfte, die den Einsatz von KI bewusst begleiten und fördern