Gute Kommunikation stärkt Ausbildungserfolg: Was Auszubildende wirklich brauchen
Untersucht wurde dies am Beispiel von Medizinischen Fachangestellten (MFA). Ihr Berufsalltag ist geprägt von engem Kontakt mit Patient*innen, Zeitdruck und herausfordernden Situationen im Team. Die Forschenden wollten wissen, wie Ausbildungsbetriebe ihre Auszubildenden auf diese sozial-emotionalen Anforderungen vorbereiten – und welche Auswirkungen dies auf die Ausbildungszufriedenheit hat.
Soziale Kompetenzen sind kein „Extra“
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Dort, wo Betriebe den Umgang mit guter Kommunikation aktiv thematisieren, sind Auszubildende zufriedener mit ihrem Ausbildungsbetrieb und ihrem Beruf. Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie nach der Ausbildung im erlernten Beruf bleiben möchten.
Besonders wichtig ist dies in Teams, in denen Konflikte oder schwierige Situationen häufiger auftreten. Gerade dort kann ein offener Austausch über Kommunikation und Zusammenarbeit dazu beitragen, Belastungen abzufedern und die Ausbildungszufriedenheit zu stärken.
Die Studie macht außerdem deutlich, dass sozial-emotionale Kompetenzen wie Empathie, Perspektivwechsel, Emotionsregulation und Kommunikationsfähigkeit in vielen Ausbildungsberufen eine zentrale Rolle spielen. Gleichzeitig werden Probleme in diesen Bereichen häufig als Grund für Ausbildungsabbrüche genannt.
Was bedeutet das für JAzA?
Für JAzA unterstreicht die Studie die Bedeutung von Projekten und Maßnahmen, die junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung stärken. Wer lernt, eigene Gefühle wahrzunehmen, Konflikte anzusprechen und Perspektiven anderer einzubeziehen, gewinnt wichtige Kompetenzen für Ausbildung, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe.
Ausbildung braucht starke Beziehungen
Die BIBB-Studie zeigt: Gute Ausbildung entsteht nicht nur durch fachliche Anleitung, sondern auch durch eine wertschätzende Kommunikation im Betrieb. Wenn Betriebe sozial-emotionale Herausforderungen ernst nehmen und Auszubildende dabei unterstützen, damit angemessen umzugehen, profitieren alle Beteiligten – die Auszubildenden, die Teams und langfristig auch die zukünftigen Arbeitgeber.
Quelle: Schnitzler, A.; Tschöpe, T.; Ahmed-Lukombo, L. (2026): Sozial-emotionale Anforderungen im Arbeitsalltag von Medizinischen Fachangestellten. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), BWP 2/2026.